Nachbarkommune entzieht sich der Verantwortung

Die Theodor-Heuss-Realschule in Meckenheim sah sich aufgrund einer übermäßigen Anzahl von Schulanmeldungen für die 5. Klasse zum Schuljahr 2026/2027 gezwungen, das im Schulgesetz geregelte Losverfahren anzuwenden. Insgesamt mussten 23 Bewerbungen danach abgelehnt werden, davon 19 aus Meckenheim.

Hintergrund ist, dass sich insgesamt 38 Kinder aus der Nachbarkommune Wachtberg, die die Schulform nicht vorhält, angemeldet haben. Das gesetzlich geregelte Losverfahren sieht vor, dass hier alle Kinder, unabhängig vom Wohnort gleichbehandelt werden müssen.

Die Stadt Meckenheim ist über die Gesamtsituation äußerst verärgert und entsetzt. Aus der Presse musste die Stadtspitze vor zwei Wochen erfahren, dass sich die Gemeinde Wachtberg nicht um eine entsprechende Beschulungsmöglichkeit in der eigenen Kommune gekümmert hat, obwohl der Gemeinde Wachtberg dazu Optionen seitens der Bezirksregierung erstmals bereits vor zwei Jahren aufgezeigt wurden. Besonders gravierend ist, dass das Schreiben des Ministeriums mit gleichlautenden Empfehlungen an die Gemeinde Wachtberg dort bereits seit sechs Monaten vorliegt, ohne dass entsprechende Informationen an die Stadt Meckenheim weitergeleitet wurden, noch der Wachtberger Bürgermeister das Gespräch mit seinem Meckenheimer Amtskollegen gesucht hat. „Damit entzieht sich Wachtberg ganz klar der Verantwortung, sowohl finanziell als auch für die Wachtberger Kinder“, so Sven Schnieber. Auch eine in diesem Fall nicht unübliche interkommunale Vereinbarung zur Kostenbeteiligung hat die Gemeinde Wachtberg abgelehnt. Insgesamt besuchen über 200 Wachtberger Kinder die Meckenheimer Schulen.

Die Stadt Meckenheim und die Leitung der Theodor-Heuss-Realschule laden nun alle Meckenheimer Eltern, deren Kinder eine Ablehnung erhalten haben, kurzfristig zu einem Gespräch schon am kommenden Donnerstag ins Rathaus ein. Dort wird die Stadt Meckenheim Informationen zum Sachstand sowie zur weiteren Vorgehensweise geben. Aktuell befindet sich die Stadt Meckenheim in Abstimmungsgesprächen mit der Bezirksregierung und der Landespolitik.